Think STR8!

Trivial Pursuit, Wer wird Millionär, Spiel des Wissens, uvm.

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Think STR8!

Beitrag von MrSkull » 23.06.2015 17:26

Logikspiel für 2-4 Spieler ab 10 Jahren von Leo Colovini.

Die Spieler müssen ihre eigenen Zahlenkarten erraten, die auf Halterungen mit der Rückseite zu ihnen stehen. Dazu bedienen sie sich einem Ausschlussverfahren und dem Würfelglück.


Spielvorbereitung:
Der Spielplan kommt in die Tischmitte und jeder Spieler erhält einen Kartenhalter, ein Blatt vom Ermittlungsblock sowie einen Zählstein in seiner Wunschfarbe. Der Zählstein wird auf das Startfeld des Spielplans gestellt, der Kartenhalter vor die Spieler - falls weniger als 4 Spieler teilnehmen, werden trotzdem alle Kartenhalter aufgestellt und auch mit Karten bestückt!
Die Tipp-Plättchen (1 roter und 6 blaue dünne Streifen) und die Farbwürfel kommen zunächst zur Seite.
Die Spielkarten werden nach ihren Farben sortiert, gemischt und als verdeckte Stapel neben den Spielplan gelegt - eine Karte von jeder Farbe wird zurück in den Karton gelegt und steht somit im Spiel nicht zur Vefügung, d.h. in jeder Farbe fehlt eine Zahl von 0-7!
Anschliessend nehmen sich die Spieler je eine Karte von jedem Farbkartenstapel und stecken sie mit der Rückseite zu sich in ihren Kartenhalter - die Spieler dürfen die Vorderseite ihrer eigenen Karten NICHT sehen.
Abschliessend notiert sich jeder Spieler auf seinem Ermittlungsblatt die Zahlen, die er bei allen anderen Spielern auf deren Kartenhaltern sieht, da er diese jetzt und später ja nicht haben kann!
Für die spätere, bessere Übersicht sollten Zahlen, die man gesehen hat gänzlich ausmalen/durchkreuzen/o.ä. und Zahlen, die man wg. Rückschlüssen vermutet nicht zu haben, lieber erstmal nur ankreuzen.


Spielziel:
Die eigenen Zahlen erraten und dabei die meisten Punkte zu erzielen!


Spielablauf:
Jede Runde läuft gleich ab und die Spieler führen folgende Aktionen durch:

1) Würfeln (ein Spieler würfelt für alle)
Es würfelt immer der Spieler, der auf der Zählleiste am weitesten hinten steht - bei Gleichstand, der Spieler, dessen Zählstein auf den anderen steht.
Gefällt der Wurf dem aktiven Würfler, werden die Würfel auf die zugehörigen Felder des Spielplans gelegt. Wenn nicht, darf er einen Würfel auf eine beliebige andere Farbe drehen und die Würfel dann ablegen.

Nun kreuzt jeder auf seinem Ermittlungsblatt in den Würfelspalten die gewürfelten Farben an - mit etwas Platz für vermutete Zahlen.

2) Einschätzung abgeben (jeder für sich)
Jetzt überlegen alle Spieler, welche Zahlen sie wohl auf ihrem Kartenhalter in den aktuell gewürfelten Farben haben könnten.
Haben alle evtl. Notizen gemacht, darf der "Würfler" als Erster ein Tipp-Plättchen wählen, sich nehmen und auf seiner ihm zugewandten Zahlenleiste des Spielplans ablegen.
Damit deckt er einen Bereich von Zahlen ab, von dem er vermutet, dass dies der Gesamtsumme seiner Zahlen auf dem Kartenhalter entspricht!
Je unsicherer hier (gerade zu Anfang) das evtl. Ergebnis ist, desto eher entscheidet man sich für ein größeres Tipp-Plättchen, um eben einen möglichst großen Zahlenbereich abdecken zu können.

Nachfolgend wählen die Mitspieler ebenfalls ein Tipp-Plättchen und legen es auf ihre Zahlenleiste nach den gleichen Vermutungen. Die Reihenfolge ergibt sich hier aus der Platzierung auf der Zählleiste, der Zweitletzte nimmt sich ein Plättchen, dann der Drittletzte, usw. - die Plättchen werden also immer vom Letztplatzierten bis zum Erstplatzierten gewählt.

3) Einschätzungen kontrollieren und Punkte vergeben (gegenseitige Kontrolle)
Nun wird reihum geprüft, ob die Einschätzungen richtig waren oder nicht.
Jeder wird dabei von den Mitspielern informiert und darf sich nach wie vor nicht die eigenen Karten ansehen!

Hinweis an alle Spieler: bitte genau rechnen und die korrekte Zahlensumme nutzen, da ein Fehler hier später nicht mehr rückgängig bzw. nachvollziehbar ist und dem betreffenden Spieler keine Chance mehr bietet, beim Spiel zu punkten.

Nun schauen die Spieler also, wo der aktuell zu beurteilende Spieler sein Tipp-Plättchen abgelegt hat und zählen die Zahlen auf seinem Kartenhalter zusammen.

Liegt die Summe seiner Zahlen in dem Bereich seines Tipps, wird ihm das bestätigt (ohne die genau Zahl zu nennen!) und er kann den Zahlenbereich auf seinem Ermittlungszettel neben der aktuellen Würfelspalte notieren (z.B. 8-13).
Somit kann der Spieler schon grob Rückschlüsse ziehen, welche Zahlen welcher Farbe er wahrscheinlich auf dem Kartenhalter stehen hat, wenn er diese Erkenntnis mit den bisherigen Notizen vergleicht.
Nun darf er noch seinen Zählstein um so viele Felder vorbewegen, wie Punkte auf dem Tipp-Plättchen angegeben sind!

Ist der Tipp dagegen falsch, sagen die Spieler nun noch, ob der Tipp-Bereich zu hoch oder zu niedrig war (Bsp.: 8-13, zu niedrig: somit liegt die Summe wohl bei 14-21). Wurde aber das rote Tipp-Plättchen (mit der höchsten Punktzahl) gewählt, dürfen die Spieler nicht verraten, in welche Richtung die Summe der Zahlen wirklich "geht"!

Wieder notieren die Spieler ihre hieraus gewonnenen Erkenntnisse und es geht reihum weiter, bis jeder "bewertet" wurde.

Jeder Spieler, der einen falschen Tipp abgegeben hat, muss nun eine Karte von seinem Kartenhalter austauschen - es beginnt der Letztplatzierte.
Dabei darf er sich nun die weggetauschte Karte natürlich ansehen, da sie abgeworfen wird und notiert sich die Zahl, die nun ebenfalls aus dem Spiel ist (genauso, wie evtl. bisherige Rückschlüsse hierzu^^).
Die neue Karte dagegen muss wieder so gezogen werden, dass nur der Rücken gesehen werden kann, die Mitspieler aber notieren sich nun diese neue Zahl, da sie diese ja nicht haben können.
Es können natürlich nur Farbkarten getauscht werden, von denen noch Karten zum Nachziehen vorhanden sind!

Ist alles in der aktuellen Runde durchgeführt worden, werden die Tipp-Plättchen wieder zurückgelegt und es beginnt eine neue Runde. Es würfelt nun der Letztplatzierte erneut, usw.


Spielende:
Das Spiel endet nach 8-10 Runden, je nach Spielerzahl.
Nun dürfen noch alle Spieler finale Tipps zu ihren Zahlen abgeben und vermerken dies auf dem extra Feld unten links ihres Ermittlungsbogens. Sie dürfen dabei 1-3 Tipps abgeben (untereinander), erhalten dann aber bei Korrektheit eines der Tipps nur die Punktzahl gemäß der abgegebenen Tipp-Anzahl (bei gelb z.B: 3 Tipps gegeben = 1 Punkt, wenn die Zahl korrekt war, 5 Punkte, wenn es nur 1 Tipp war).

Schliesslich wird reihum ein letztes Mal jeder Spieler "gewertet" und seine Tipps überprüft, nun darf er dann aber auch einen Blick auf seine Zahlen werfen^^.
Entsprechend der Tipp-Anzahl gibt es pro Farbe 1-5 Punkte, die dann mit dem eigenen Zählstein vorgezogen werden.
Am Ende gewinnt der Spieler, dessen Zählstein am weitesten vorne liegt!


Fazit:
"Think STR8!" ist ein pfiffiges Logikspiel mit eingängigem Spielsystem, sobald man einmal "drin" ist.
Die Regeln sind dafür recht verständlich formuliert und die Anleitung entsprechend strukturiert, es bedarf aber dennoch einiger Runden, bis der Ablauf flüssig von der Hand geht - bzgl. der korrekten Rückschluss-Notizen.

Sehr schade ist, dass das Material H&F-untypisch eher mäßig ausfällt, so gibt die Gestaltung natürlich Zahlenthematisch nicht viel her und sieht dafür augenschmeichlerisch bunt aus, aber die Wertigkeit der Hauptkomponenten, nämlich der Zahlenkarten, der Tipp-Plättchen und des Spielplans ist, mit Verlaub gesagt, recht billig.
Würfel und Kartenhalter sind bestens, aber die o.g. Materialien muss man mit Samthandschuhen anfassen oder am besten mit Pinzette. Und so einen dünnen Spielplan, der dann auch noch gefaltet ist und somit nie 100% gerade ausliegt, hat es auch schon lange nicht mehr gegeben!
Das dies kein ungewollter Zufall ist, kann man aus dem Anleitungsheft ablesen, in dem es heisst, man solle die Karten ganz vorsichtig aus dem Bogen heraustrennen, damit sie nicht geknickt und damit markiert werden!

Das überrascht bei einem so renommierten Verlag und den sonst so gut ausgestatteten Spielen und führt zu Punkt-Abzug!

Das Spiel an sich macht in der richtigen Runde dennoch viel Spaß, man darf es nur nicht mit Extremgrüblern und/oder leicht zur Verzweiflung bringenden Deduktions-Hassern zu tun haben^^, dann wird so ein Spiel sehr langatmig^^!

Rundum daher ein fein durchdachtes Spielkonzept von einem entsprechend bekanntem Autor, aber mit argen Materialschwächen. Das Spiel sollte sich somit jeder Interessent vorher zumindest mal anschauen.



weiterführende Hinweise:
- Verlag: Huch&Friends
- BGG-Eintrag: https://boardgamegeek.com/boardgame/171544/think-str8
- HP: http://www.hutter-trade.com/de/spiele/think-str8
- Anleitung: deutsch, englisch, französisch, holländisch, polnisch, schwedisch
- Material: sprachneutral
- Fotos: HP/?p=12144
- Online-Variante: -

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