Aya

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MrSkull
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Aya

Beitrag von MrSkull » 08.01.2016 16:33

Kooperatives Lege(bzw. Stell-)spiel für 2-4 Spieler ab 8 Jahren von Olivier Gregoire und Thibaut Quintens.

Die Spieler begeben sich auf eine Fotosafari in der wunderschönen Welt von Aya und müssen dort gemeinsam "Brücken" schlagen, um die wertvollsten Motive zu ergattern.


Spielvorbereitung:
Der Spielbereich darf beliebig groß sein und wird von den Spielern bestimmt. Irgendwo in diesem Bereich wird das Startplättchen abgelegt, so, dass aber jeder gut herankommt. Die Landschaftsplättchen und Tierfotos werden sortiert und anschliessend zu Stapeln, mit ihrer Rückseite nach oben, bereitgelegt. Zwischen jedes große Landschaftsplättchen, der gleichen Art, wird noch ein kleines, zugehöriges, Landschaftsplättchen gelegt.
Die Dominosteine werden zu gleichen Teilen an die Spieler verdeckt abgegeben, die sie vor sich in Stapeln ablegen.
Die Sanduhr (10min.) wird für alle gut sichtbar neben dem Spielbereich platziert, dito die "Neustart"-Plättchen. Ein Startspieler wird bestimmt.


Spielziel:
Gemeinsam möglichst viele Punkte zu erreichen!


Spielablauf:
Das Spiel durchläuft 3 Phasen, bevor es endet und den Spielern aufzeigt, wie gut sie zusammengearbeitet und welche Fotos sie gemacht haben.

1) Setzphase
Zu Spielbeginn wird die Sanduhr umgedreht und die Spieler haben nun 10min. Zeit ihre Aktionen durchzuführen. Sobald die Sanduhr durchgelaufen ist, wird sie noch einmal umgedreht und nach den zweiten 10min. endet die Setzphase. Zwischen den beiden Sanduhrzeiten können die Spieler eine kleine Pause einlegen, um sich zu beraten.

Der aktive Spieler zieht einen seiner Dominosteine - entweder von einem verdeckten Stapel vor sich oder aus seiner Reserve (wird erst noch gebildet) - und setzt diesen im Spielbereich ab.
Dabei wird der Dominostein entweder an den Rand eines Landschaftsplättchens gestellt - vorzugsweise vom gleichen Typ, damit es am Ende hierfür auch Punkte gibt (nur das Startplättchen erlaubt hierfür bei sich beliebige Dominosteine) - oder vor schon andere aufgestellte Dominosteine, um eine Kette zu bilden bzw. diese zu verlängern, oder offen in die eigene Reserve (Ablagebereich vor dem Spieler) zur späteren Nutzung.
Hat der aktive Spieler seinen Stein gesetzt, kann er direkt einen Neuen ziehen, um für den kommenden Zug gewappnet zu sein - er darf aber immer nur einen Stein zugleich in der Hand halten und einen gezogenen Stein nicht gegen einen anderen aus dem Vorrat tauschen.

Es folgt der nächste Spieler im Uhrzeigersinn, welcher das selbe Prozedere durchführt - die Aktionen dieser Phase gehen eigentlich schnell von der Hand, so dass ein fast gleichzeitiges Spielgefühl entsteht (entstehen sollte^^).

Ein gesetzter Dominiostein darf seine Position niemals verändern, kann aber vom aktiven Spieler in eine andere Richtung gedreht werden, um so evtl. eine bessere Verbindungsrichtung mit anderen Ketten eingehen zu können. Zudem müssen die Dominosteine alle mit der gleichen Seite in eine Richtung zeigen (mit der bedruckten Fluss-Seite in Zielrichtung)!

Das Ziel ist es in dieser Phase, soviele Landschaftsplättchen wie möglich mit den Dominosteinen zu verbinden (es reicht, wenn ein Stein am Rand eines Plättchens steht, denn beim späteren Umfallen, soll es nur auf dem gewählten Plättchen liegen bleiben (verbunden mit den dorthin führenden Dominosteinen)). In der nächsten Phase wird der Domino-Effekt ausgelöst und da sollten alle Steine so fallen, dass sie die Plättchen miteinander verbinden, um punkten zu können.

Sollten Dominosteine beim Aufstellen umkippen, soll der aktive Spieler diese schnell wieder (korrekt) aufstellen - gern mit Hilfe der Mitspieler, damit nicht zu viel Zeit verloren geht.

Zieht ein Spieler einen Domino-Flusstein mit einem Fotoapparat-Symbol, kann er diesen Stein entweder ganz normal aufstellen, oder ein Tierfoto-Plättchen nehmen und den Stein normal aufbauen und dann das Tierfoto-Plättchen über diesen und einen angebundenen Stein legen (quasi ein Dach auf die Steine legen) - das Tierfoto wird vom gleichen Typ genommen, wie der Stein als Hintergrund (Wald, Wüste, Gebirge, Pol, Feld) anzeigt. Oder der Stein wird genutzt, um ein neues, großes Landschaftsplättchen beliebig auszulegen und das Kleine (dazugehörige) daneben zu legen, wenn das Landschaftsplättchen zur Zufriedenheit ausgelegt (und evtl. gedreht (siehe die diverse Flusseinmündungen mancher Landschaftsplättchen)) wurde, um am Ende hierfür auch Punkte zu erhalten.

Wurde ein "Wunderbarer Garten"-Dominostein gezogen, kann der Spieler diesen ebenfalls ganz normal einsetzen, allerdings wie einen Joker, also beliebig an eine Kette stellen, oder der Stein wird als Weiche genutzt, um von einer bestehenden Kette weg eine Abzweigung zu bilden.

Die Setzphase endet sofort, wenn die Sanduhr zum zweiten Mal durchgelaufen ist oder ein Spieler keinen Stein mehr in seinem Vorrat hat (unabhängig von seiner Reserve)!

2) Dominophase
Ein auserwählter Spieler stößt nun den ersten Stein auf dem Startlandschaftsplättchen an und alle bangen und hoffen nun mit, dass die Ketten brav fallen und die geplanten Verbindungen bilden.
Gerät der Domino-Effekt ins Stocken, wegen ungünstig aufgestellen Steinen oder weil ein Foto-Plättchen beim Herunterfallen ungünstig das Geschehen blockiert, dürfen die Spieler die folgenden Ketten durch erneutes Anstossen wieder zum Kippen bringen. Allerdings wird für jede solche Starthilfe ein "Neustart"-Plättchen genommen - übriggebliebene "Neustart"-Plättchen würden am Ende Punkte bringen, also sollten sie möglichst wenig eingesetzt werden - und zwar so lange, bis wirklich alle aufgestellten Dominosteine liegen.

3) Zählphase
Liegen endlich alle Dominosteine und haben hoffentlich durchgehende Flußverbindungen gebildet, wird nun, vom Startlandschaftsplättchen ausgehend, überprüft, ob es Punkte gibt.

Für Tierfotos gibt es je 1 Punkt, wenn diese mindestens eine Kante eines Dominosteins berühren, bei dem sie ausgelegt wurden und zudem muss diese Dominosteinkette mit dem korrekten Landschaftstyp verbunden sein (z.B. Pol für ein Pinguinfoto). Das Foto darf dabei nicht das Landschaftsplättchen berühren und auf dieser Kette darf nur ein Foto liegen, bei zwei oder mehr Fotos auf derselben Dominosteinkette gibt es für keines Punkte!

Für die (kleinen) Landschaftsplättchen gibt es je 1 Punkt, wenn alle dort liegenden und das Plättchen berührenden Dominosteine gleichen (passenden) Typs sind sowie alle möglichen Flussabgänge belegt wurden.
Erhalten die Spieler so drei gleiche, kleine Landschaftsplättchen können diese zu einem Panorama zusammengelegt werden. Ein solches Panorama zählt jeweils 1 Punkt extra.

Die Spieler addieren nun alle erhaltenen Punkte und vergleichen die Summe mit der Punktetabelle in der Anleitung. Dort kann man sich an verschiedenen Punktzahlen und Titeln messen lassen ("Fehlstart", "Dreamteam", etc.).


Spielende:
Nach der Zählphase endet das Spiel!


Fazit:
Schönes und reichhaltiges Material mit interessanter Spielidee, bei zugleich grauenhafter Anleitung, machen eine Bewertung wirklich schwer.
Die Dominosteine hätten vielleicht auch etwas größer sein dürfen, so kann sich mancher großbehändeter Spieler etwas schwer tun beim Aufstellen derselben. Optisch schaut aber alles sehr nett aus.

Die Anleitung will wohl und leise gelesen werden und dabei länglich und in Breiten interpretiert werden, bis schliesslich im Spiel der eine oder andere Aha-Moment aufkeimt und den Sinn hinter bestimmten Vorgaben zu erkennen gibt.
Ohne genaue Vorbereitung durch einen Erklärbären sitzen die Spieler lange am Tisch, ohne wirklich zu wissen, was sie da tun (sollen). Die Übersetzung ist ein Graus und läßt vieles offen, dabei merkt man dem Aufbau der Anleitung den guten Willen an, aber der allein hat nicht gereicht.

Das Spielprinzip ist an sich auch sehr kreativ und nett ausgedacht, aber ein kooperatives bzw. fast gleichzeitiges Setzen, denn großes Bereden gibt es kaum, da die Zeit sich auch so schon sehr streckt, ist dann doch nicht so der Überflieger, um Punkte für korrekte Wegfindungen zu erhalten.
Das Vorausdenken "um die Ecke" ist dabei schon herausfordernd, denn um die vielen Flussverbindungen wirklich einen zu können, benötigt es eines guten Auges mit taktisch angehauchtem Scharfblick. Allerdings war diese Form der Motivation nicht Grund genug in den Testrunden, um das Spiel nochmals anzugehen.

In entsprechend begeisterungsfähiger Runde mit kreativem Querdenken und Bezug zu Fauna&Flora eines Fantasielandes kann das Spiel sicherlich überzeugen, der Mainstream ging hier allerdings völlig nebenher und auch risikofreudige Vielspieler konnten dem ganzen nicht viel abgewinnen, schade.



weiterführende Hinweise:
- Verlag: Act in games (Blackrock Games)
- BGG-Eintrag: https://boardgamegeek.com/boardgame/182194/aya
- HP: http://www.blackrockgames.fr/act-in-games.html#aya
- Anleitung: deutsch, französisch, holländisch
- Material: sprachneutral
- Fotos: HP/?p=16106
- Online-Variante: -
- Ausgepackt: -

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